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Tag des Recyclings: Es gibt noch einiges zu verbessern

Der 18. März ist der „Global Recycling Day“. Für uns der Anlass, um mit Reiner Späth, Chef der WGV Quarzbichl zu sprechen. Er findet: Es gibt noch viel zu tun.

Herr Späth, heute ist Weltrecyclingtag. Wussten Sie das?

Späth: Nein, das ist tatsächlich an mir vorbeigegangen. Aber genau genommen brauchen wir keinen Tag, um daran erinnert zu werden. Das ist bei uns an 365 Tagen im Jahr gelebte Praxis. Müll trennen und den getrennten Müll so weit es geht wieder zu verwerten, ist die Grundlage unserer Abfallwirtschaft. Das geben die Gesetze auch vor.

Seit wann wird im Landkreis Müll getrennt?

Späth: Die Geburtsstunde war in den 1980er Jahren. Heute kann man sich das nur noch schwer vorstellen, aber es herrschte geradezu ein Müllnotstand. Alles wurde in eine einzige Tonne gepackt. Und wenn die am Mittwoch abgeholt wurde, wusste man am Donnerstag nicht, wohin damit. Auch in auswärtige Deponien konnte man den Müll nicht bringen, die waren selbst überlastet.

Woher kam die Idee?

Späth: Meines Wissens aus den Umweltverbänden. Doch auch in den Behörden war längst die Einsicht vorhanden, dass es so nicht weiter geht. Die Zeit war reif dafür.

Wie lief die Einführung im Landkreis?

Späth: Es gab in den Gremien schon ein Hauen und Stechen. Da ging es aber weniger um die Idee der Mülltrennung als um den Standort für die Anlage. Angefangen hat man dann mit einem Zwei-Tonnen-System für nassen und trockenen Müll. 1992 wurde daraus das Drei-Tonnen-System für Papier-, Bio- und Restmüll. 2018 ist die Tonne für Verpackungsmüll dazugekommen.

Bestimmt jeder Landkreis selbst, wie die Abfallwirtschaft läuft?

Späth: Ja, so ist das vorgesehen. Städte und Landkreise sind sogenannte öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger. In der Praxis bedeutet das, dass die Mülltrennung überall ein bisschen anders gehandhabt wird. Manchmal kriege ich E-Mails von Neubürgern, die fragen, warum es hier anders ist als anderswo. Ich glaube aber, dass man sich in ein paar Wochen daran gewöhnen kann.

Wie sieht es mit der Disziplin der Bürger beim Mülltrennen aus?

Späth: Die allermeisten machen mit, vielleicht zehn Prozent nicht. Da spielt oft die Bequemlichkeit eine Rolle. Im Biomüll finden wir etwa 3,5 Prozent Plastiktüten, so genannte Störstoffe. Das ist nicht wirklich befriedigend. Aber grundsätzlich muss man sagen: Die Idee des Recyclings ist in den Köpfen drin. Da schaut es in anderen Ländern ganz anders aus.

Wie viel Müll kommt bei Ihnen jedes Jahr rein? Und wie viel kann wiederverwertet werden?

Späth: Wir haben in allererster Linie Haushaltsmüll in Quarzbichl, Gewerbemüll kaum. Bei uns kommt im Laufe eines Jahres schon ein bisschen was zusammen. 2020 sind bei uns allein 20 000 Tonnen Restmüll eingelaufen. Recycelbar sind von allen Abfällen – also auch Grüngut, Papier, Verpackung und anderes – 75 Prozent. Da ist aber auch der Abfall drin, der zur Energiegewinnung verbrannt wird. Stofflich wiederverwertet werden etwa 65 Prozent.

Liegt auch die Zukunft im Recycling?

Späth: Grundsätzlich sicher. Aber es gibt noch einiges zu verbessern, wir sind da nach wie vor in einem Prozess. Der beste Müll ist natürlich der, der vermieden wird. Das bedeutet Verzicht, und da wird es dann schon schwierig. Man muss aber auch zusehen, dass es für recycelte Produkte einen Markt gibt. Wenn wir etwa Verpackungsmüll wiederverwerten, dann ist der qualitativ oft nicht so hochwertig wie Plastik, das aus Erdöl gewonnen wird. Da bleibt auch in Zukunft noch viel zu tun.